Bordeaux 2017: Wer werden die einflussreichen Kritiker sein?
Von Neal Martin, Antonio Galloni, James Suckling, James Molesworth, Michel Bettane, Jancis Robinson, Jane Anson, Jean-Marc Quarin, Wem sollten wir folgen, um die Geheimnisse der Bordeaux-Weine des Jahrgangs 2017 zu analysieren und zu verstehen? Burgen von Bordeaux organisierten Verkostungen ihrer Jahrgang 2017 Als exklusive Vorschau für Fachleute erwarten wir nun die vollständigen Testergebnisse, die wir auf unserer Website veröffentlichen werden. Robert Parker Die Ära der quasi-offiziellen Ratingagenturen ist vorbei. Analysieren wir nun die Kritikpunkte, die es zu berücksichtigen gilt.
Robert Parker und sein Vermächtnis
Über Jahre hinweg hatten Robert Parkers Wertungen einen entscheidenden Einfluss auf die Preise und deren potenzielle Schwankungen. Die gesamte Branche hing an den Lippen des Kritikers, und die Veröffentlichung seiner Wertungen glich fast einem kleinen Ritual.
Seitdem warten wir gespannt auf die Nachfolge und die Rezensionen der verschiedenen Kritiker, die alle um einen Anteil am Vermächtnis des Meisters wetteifern. Uns scheint, dass einige großzügiger sind als andere.
Die Vinous-Gruppe
Die von Antonio Galloni gegründete Agentur Vinous, der einst von Robert Parker als dessen Nachfolger vorgesehen war, hat in letzter Zeit ein beachtliches Wachstum verzeichnet. Antonio Galloni hat eine Führungsstruktur eingeführt, die der von Anwälten oder Wirtschaftsprüfern ähnelt und auf Partnerschaft und Gewinnbeteiligung basiert. So konnte er Neal Martin von der Wine Advocate-Gruppe abwerben, zumal Martin Robert Parkers designierter Nachfolger war. Beim Bordeaux-Jahrgang 2017 wird Neal Martin sehr genau beobachtet, und auch Antonio Galloni wird seine Verkostungsnotizen veröffentlichen. Beide sind anspruchsvolle Verkoster und nehmen sich die Zeit, die Vorgänge auf den Weingütern zu beobachten.
Wine Advocate
Es ist Lisa Perrotti, die Chefredakteurin, die diese Aufgabe übernimmt. Sie ist dafür bekannt, Weine strenger zu bewerten. Es scheint, als müsse sie sich ihren Namen in der Weinwelt erst erkaufen!
Der James
James Suckling bewertet Weine relativ einfach und vergibt Punktzahlen zwischen 96 und 100. James Molesworth vom Wine Spectator ist ein erfahrener Kritiker, der sich in Bordeaux bestens auskennt.
Jean-Marc Quarin
Für uns ist er der Experte schlechthin für Bordeaux. Da er vor Ort lebt, hat er unkomplizierten Zugang zu den Weingütern (genau wie übrigens auch Jane Anson von Decanter). Was wir an Jean-Marc Quarin bewundern, ist seine Fähigkeit, verborgene Schätze zu entdecken, das Reifepotenzial zu analysieren, raffinierte und elegante Weine zu schätzen und vor allem ihre Trinkbarkeit zu beurteilen. Sein Gaumen scheint perfekt auf den französischen Geschmack abgestimmt zu sein: Er schätzt Ausgewogenheit, Konzentration und vor allem Emotion!
Bettane und Desseauve
Wie wahre Marathonläufer leisten Michel Bettane und Thierry Desseauve eine Herkulesaufgabe, wenn es darum geht, neue Jahrgänge zu entdecken.
RVF – Die Rezension Vin de France
Die Verkostung der Bordeaux-Weine wurde in diesem Jahr Pierre Citerne anvertraut und Olivier Poels. Dies ist ein neu formiertes Expertenteam, das hochkompetent ist und von den Bordeaux-Erzeugern sehr geschätzt wird. Ihre Meinung sollte man unbedingt ernst nehmen.
Um all dem ein Ende zu setzen, werden wir künftig den Durchschnitt der Kritikerbewertungen angeben, den wir WineDecider-Durchschnittsbewertung nennen, einfach weil wir dieses Unternehmen mit der Aufgabe betraut haben, uns einen arithmetischen Durchschnitt zu liefern.
Sicher ist, dass die Ära nach Robert Parker in der Weinwelt deutlich entspannter verlaufen ist: Die Châteaux haben ihren Wettbewerbsgeist bewahrt und einen ausgeprägten Sinn für Exzellenz entwickelt. Sie keltern Weine, die ihnen schmecken, und streben nun danach, die Quintessenz ihres Terroirs einzufangen. Schließlich wurde 2018 in vielen Châteaux offen und ohne Tabus über biodynamischen Anbau diskutiert: Das Thema galt nicht länger als Tabu. Im Zeitalter des Klimawandels und des Strebens nach kontinuierlicher Qualität ist er beinahe zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir werden dies in einem weiteren Artikel ausführlicher behandeln.